Studien zu L-Cystein

Hier findest du ausgewählte wissenschaftliche Untersuchungen zu L-Cystein. Wir fassen die Ergebnisse zusammen und verlinken die jeweiligen Originalveröffentlichungen.

01
HUMANSTUDIEDOPPELBLINDCROSSOVERN = 7200 MG

Kann L-Cystein Acetaldehyd im Magen reduzieren?

Sieben Personen mit achlorhydrischer atrophischer Gastritis erhielten an zwei Untersuchungstagen entweder 200 mg langsam freisetzendes L-Cystein oder Placebo. Anschließend wurden 0,3 g Ethanol pro kg Körpergewicht direkt in den Magen gegeben und die Acetaldehydkonzentration im Magensaft wiederholt bestimmt.

Was wurde beobachtet?

Die mittlere Acetaldehydkonzentration im Magensaft lag unter Placebo bei 13 µM und unter L-Cystein bei 4,7 µM. Damit war sie während des Beobachtungszeitraums unter Placebo 2,6-mal höher als unter L-Cystein.

Originalstudie
02
HUMANSTUDIEN = 19200 MGALDH2 / PPI

Senkt L-Cystein Acetaldehyd auch bei unterschiedlichem Alkoholstoffwechsel?

In die Studie wurden zehn Personen mit aktiver und zehn Personen mit verminderter ALDH2-Aktivität aufgenommen. Nach einer PPI-Behandlung erhielten die Teilnehmer vor einer kontrollierten intragastrischen Alkoholgabe 200 mg langsam freisetzendes L-Cystein. Neunzehn Personen absolvierten das vollständige Studienprotokoll.

Was wurde beobachtet?

Unter L-Cystein sank die über 120 Minuten gemessene Acetaldehydexposition im Magensaft bei ALDH2-aktiven Teilnehmern im Mittel um 67 Prozent und bei ALDH2-defizienten Teilnehmern um 60 Prozent. Auf die Acetaldehydkonzentration im Speichel zeigte L-Cystein in dieser Untersuchung keinen Effekt.

Originalstudie
03
HUMANSTUDIECROSSOVERN = 7200 MG

Wird Acetaldehyd im Magen tatsächlich an L-Cystein gebunden?

Sieben Personen mit Helicobacter-assoziierter atrophischer Gastritis erhielten in einer randomisierten, einfach verblindeten Crossover-Studie kontrolliert Alkohol sowie entweder 200 mg L-Cystein in einer speziellen Retardform oder ein Placebo. Gemessen wurden unter anderem Acetaldehyd, L-Cystein und das Reaktionsprodukt MTCA im Magen.

Was wurde beobachtet?

Unter L-Cystein war die gemessene Acetaldehydexposition im Magen um 68 Prozent geringer. Gleichzeitig stieg die Konzentration des Reaktionsprodukts MTCA deutlich an; L-Cystein und MTCA waren über bis zu drei Stunden im Magen nachweisbar.

Originalstudie
04
HUMANSTUDIEDOPPELBLINDPLACEBOKONTROLLIERTN = 191.200 MG

Beeinflusst L-Cystein Beschwerden nach Alkoholkonsum?

In einer randomisierten, doppelblinden und placebokontrollierten Studie mit 19 männlichen Teilnehmern wurde ein L-Cystein-haltiges Vitaminpräparat nach kontrolliertem Alkoholkonsum untersucht. Die höchste untersuchte L-Cystein-Dosis betrug insgesamt 1.200 mg.

Was wurde beobachtet?

Die Autoren berichteten bei 1.200 mg L-Cystein Unterschiede zugunsten der L-Cystein-Gruppe bei Übelkeit, Kopfschmerzen und zusammengefassten Hangover-Beschwerden. Für Stress und Angst wurden bereits bei 600 mg Unterschiede berichtet.

Originalstudie
05
HUMANSTUDIEBLUTANALYSE0,5 G/KG ETHANOL

Entsteht das Cystein-Acetaldehyd-Reaktionsprodukt auch im menschlichen Blut?

Reischl und Kollegen untersuchten das Reaktionsprodukt 2-Methylthiazolidin-4-carbonsäure (MTCA) im menschlichen Blut. Neben der Analyse von Blutproben wurde sein zeitlicher Verlauf nach einer einmaligen oralen Alkoholgabe von 0,5 g pro kg Körpergewicht bestimmt. Zusätzliches L-Cystein wurde dabei nicht verabreicht.

Was wurde beobachtet?

MTCA war nach dem Alkoholkonsum im Blut messbar. Die höchste Konzentration von 12,6 mg/L wurde nach vier Stunden ermittelt; auch nach 13 Stunden war MTCA noch nachweisbar. Die Studie belegt das Auftreten des Reaktionsprodukts im menschlichen Körper, nicht jedoch eine Senkung des Blut-Acetaldehyds durch L-Cystein-Supplementierung.

Originalstudie
06
TIERSTUDIEMÄUSEN = 6/GRUPPE200 MG/KG

Beeinflussen L-Cystein und Glutathion den Acetaldehydspiegel im Blut?

In einem Mausmodell untersuchten Kim und Kollegen L-Cystein, Glutathion sowie eine Mischung beider Stoffe im Verhältnis 3:1. Die Tiere erhielten die Substanzen oral in einer Gesamtdosis von jeweils 200 mg/kg, 30 Minuten vor der Alkoholgabe. Anschließend wurden unter anderem Acetaldehyd im Blutserum und Enzymaktivitäten in der Leber bestimmt.

Was wurde beobachtet?

Zwei Stunden nach der Alkoholgabe lag die Acetaldehydkonzentration im Blutserum gegenüber der Alkohol-Kontrollgruppe unter L-Cystein um 39 Prozent und unter der Cystein-Glutathion-Mischung um 44 Prozent niedriger. Die Studie zeigt einen Effekt im Tiermodell; ob dieser durch direkte Bindung oder durch veränderten Alkoholstoffwechsel entsteht, bleibt offen.

Originalstudie
07
TIERSTUDIEMÄUSE300 MG/KGIN-VITRO-TESTS

Wie verändert L-Cystein Acetaldehyd in Blut und Geweben?

Tsukamoto und Kollegen untersuchten die Reaktion von Cystein mit Acetaldehyd zunächst in wässriger Lösung und in menschlichen Blutproben im Labor. In einem zusätzlichen Tierversuch erhielten Mäuse 300 mg L-Cystein pro kg Körpergewicht als Injektion eine Stunde vor der Gabe von 2 g Ethanol pro kg über eine Magensonde.

Was wurde beobachtet?

Im Labor verringerte L-Cystein die Konzentration von freiem Acetaldehyd in den menschlichen Blutproben auf 47 Prozent des Ausgangswerts. Bei den mit L-Cystein behandelten Mäusen blieben die Acetaldehydwerte in Blut, Leber und Gehirn niedriger. Da L-Cystein im Tierversuch injiziert wurde, lässt sich der Befund nicht unmittelbar auf oral eingenommene Kapseln übertragen.

Originalstudie
08
IN-VITRO-STUDIERATTENLEBERL-CYSTEIN VS. NAC

Warum unterscheidet sich L-Cystein von N-Acetylcystein (NAC)?

Cederbaum und Rubin untersuchten an isolierten Rattenleber-Mitochondrien, inwieweit L-Cystein und verwandte Schwefelverbindungen die durch Acetaldehyd gestörten mitochondrialen Funktionen beeinflussen. Dabei verglichen sie unter anderem L-Cystein, N-Acetylcystein und S-Methylcystein.

Was wurde beobachtet?

L-Cystein reagierte unter den Versuchsbedingungen deutlich mit Acetaldehyd und schwächte dessen hemmende Wirkung auf mehrere mitochondriale Funktionen ab. Für N-Acetylcystein und S-Methylcystein zeigte sich dieser Schutz nicht. Die Ergebnisse stammen aus Laborversuchen und belegen keine Wirkung einer oralen Einnahme beim Menschen.

Originalstudie